Tierschutztransportverordnung

Kälber erst ab der 5. Woche transportieren?

Junges Kalb
Vor allem Bullenkälber wären von der geänderten Verordnung betroffen. (Foto: Topf)

Für Kälber bis zum Alter von 28 Lebenstagen soll bald ein Transportverbot gelten. Das hat der Bundesrat beschlossen.

Der Bundesrat hat über mehrere Änderungen der Tierschutztransportverordnung abgestimmt. Für Milchviehhalter besonders wichtig könnte folgende Regelung werden: Das Mindestalter von Kälbern für einen Transport soll von 14 Tage auf 28 Tage angehoben werden.

Laut top agrar-online heißt es in der Begründung zur Gesetzesänderung: „Aus Tierschutzsicht ist es notwendig, Kälber erst ab der 5. Lebenswoche zu transportieren. In einem Alter von etwa 2 Lebenswochen hat die Konzentration der über das Kolostrum aufgenommenen Antikörper bereits stark abgenommen, das eigene Immunsystem ist jedoch frühestens in einem Alter von etwa 4 Wochen hinreichend belastbar. In dieser immunologischen Lücke (3. bis 4. Lebenswoche) ist kein ausreichender Immunschutz gegeben.“

Damit Milchviehhalter die nötigen Änderungen umsetzen können (bauliche Maßnahmen, Anschaffung Kälberiglus, etc.) soll eine Übergangszeit von einem Jahr gelten.

Den Beschluss des Bundesrates muss jetzt noch die Bundesregierung annehmen und die Verordnung umsetzen. Das Inkrafttreten der geänderten Tierschutztransportverordnung soll mit Beginn des folgenden Quartals nach Verkündung erfolgen.

BRS fordert längere Übergangsfrist

Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) fordert mehr Engagement in der Schaffung alternativer Absatzwege von Bullenkälbern. „Dieses Verbot verschärft die ohnehin schlechte Wirtschaftlichkeit von Bullenkälbern auf den Erzeugerbetrieben. Die Landwirte werden wieder einmal vor große Herausforderungen gestellt und mit der Lösung hinsichtlich der Vermarktung der Kälber alleine gelassen“, sagt Dr. Nora Hammer, Geschäftsführerin des BRS. „Zusätzliche Stallkapazitäten müssen auf den Erzeugerbetrieben geschaffen werden. Folglich werden Investitionen in einem Bereich notwendig, in dem bisher schon keine Gewinne erzielt wurden.“

Die Förderung der Umstrukturierung oder Erweiterung von Erzeugerbetrieben, alternative Absatzmärkte sowie weitere innovative Lösungsansätze hätten im Vorfeld einer solchen Entscheidung angeboten werden müssen. Um den deutschen Landwirten eine Perspektive zu bieten, fordert der BRS deutlich längere Übergangsfristen.

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